In den Jahren 2010 bis 2020 entstanden an den Handelsplätzen für Aktien die ersten Technologiemonster mit Billionen-Dollar-Umsätzen. Die Rede ist von Amazon, Apple, Google, Microsoft und Co. Im Sog dieser Giganten entstanden weitere Tausende von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelten oder neue technische Patente hervorbrachten. Selbst die Coronapandemie konnte am Boom der Tech-Aktien nichts ändern. Im Gegenteil: Tech-Aktien gehörten zu den wenigen Profiteuren der Pandemie und beschleunigten den Trend zur Digitalisierung. Nach Kurseinbußen im Februar und März 2020 legten die Tech-Aktien wieder zu und notieren mehr als ein Jahr danach auf Höchstständen über dem Vor-Corona-Niveau. Aufgrund der
dynamischen Entwicklungen in diesem Segment gehören Papiere eher zu den Werten mit einer höheren Volatilität, es gibt möglicherweise herbe Rücksetzer. Dann stellt sich jeweils die Frage, ob sich ein Einstieg nach den teils satten Kursgewinnen wieder lohnt.
Zukunftstrends in Geschäftsmodelle gießen
Als Quelle für die Geldanlage geeignet setzt sich das Tech-Segment aus Unternehmen zusammen, die Zukunftstrends in digitale Produkte umsetzen und daraus Geschäftsmodelle entwickeln. Die Palette reicht von Softwareapplikationen wie Marktplattformen über die Entwicklung von elektronischen Instrumenten für die Medizin bis hin zu Smartphones. Tech-Aktie ist also nicht gleich Tech-Aktie. Eine pauschale Regel gibt es nicht. Wer als Anleger in Technologie-Werte investieren will, muss genau hinschauen.
Das gilt auch für Investments in Aktien von Unternehmen, die an der Nasdaq in den USA notieren oder entsprechende Indexfonds. Obwohl die Nasdaq als Technologiebörse gilt, sind dort nicht ausschließlich Technologiewerte vertreten. Das Missverständnis rührt wohl daher, dass die 1971 gegründete Börse die erste vollelektronische Handelsplattform weltweit war. Sie ist also eine Computer- aber streng genommen eben keine Technologiebörse. Weil die Nasdaq jedoch selbst technologisch führend und kostengünstiger als die New York Stock Exchange (NYSE) war, zog sie eine Vielzahl von Technologieunternehmen an. Heute haben die Aktien von Facebook, Amazon, Apple, Microsoft, Google (Alphabet) sowie Tesla Motors und Intel eine große Gewichtung im Nasdaq-100. Der Index setzt sich aus den 100 größten Aktien außerhalb des Finanzsektors zusammen, die an der Nasdaq-Börse gelistet sind.
Aktien Zukunftstechnologien: Wo Sprünge zu erwarten sind
Technologie-Aktien sind in der Regel Wachstumswerte, die ihren Schwerpunkt auf kontinuierliches Unternehmenswachstum legen und so versuchen, in immer neue Märkte vorzudringen. Dividende gibt es in der Regel nicht, weil die Erträge direkt weiterinvestiert werden. Anleger profitieren ausschließlich von den erhofften Kursteigerungen, welche bis zur Coronapandemie auch zuverlässig erfolgten. Die Kurse der Tech-Titel stürzten ab. Gerade in dieser Situation zeigte sich, deren Innovationsstärke. Nach einigen Veränderungen stiegen sie wieder auf wie Phönix aus der Asche und profitierten von der Krise als Online-Händler oder Streaming-Dienste. So ist es dann auch wenig verwunderlich, dass der Nasdaq-100 im Jahr 2020 bei 12.888,28 Punkten schloss, was einem Anstieg von mehr als 4.000 Punkten gegenüber dem Schlusswert des Vorjahres entspricht. An Zukunftstechnologien, die auch für deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb große Bedeutung erlangen, stehen vor allem Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung im Mittelpunkt. Die Studie „Identifizierung und Bewertung von Zukunftstechnologien für Deutschland“, durchgeführt vom Fraunhofer Institut im Auftrag der KfW, zeigt aktuelle Trends in einem Ranking. Demnach werden folgende Zukunftstechnologien besonders relevant sein: 3D-Druck, Additive Fertigung, Biomaterialen, Autonomes Fahren, Leichtbau bei Kfz, Batterietechnik, Alternative Solarzellen, Recycling, Augmented and Virtual Reality, CO₂-Management, Elektronische Traktionsmotoren für Kfz. Besondere Erwartungen werden im Bereich Mobilität in die bereits fortgeschrittene Entwicklung von Motoren mit Brennstoffzellen gesteckt. Antriebe auf Wasserstoffbasis versprechen viele Vorzüge, die in Zukunft Probleme wie CO₂-Ausstoß im Straßenverkehr lösen könnte. Ein hoffnungsvoller Ausblick für Automobiltechnologie aus Europa.