Private Altersvorsorge wird für die Deutschen immer wichtiger.
Private Altersvorsorge wird für die Deutschen immer wichtiger. iStock / AaronAmat

Altersvorsorge mit ETFs

Wenn die Zukunft nicht warten darf

Die gesetzliche Rente reicht künftig kaum aus, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Frühzeitige Eigenvorsorge ist deshalb Pflicht. Welche Strategie sich für den Vermögensaufbau eignet, wird maßgeblich von der persönlichen Risikoneigung, den individuellen Zielen und der finanziellen Ausgangslage bestimmt.

JB
· 2025
Erschienen in

Fokus Finanzen

am 15. Oktober 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Wer investiert, beschäftigt sich mit Risiken: Börsennotierte Unternehmen und Fonds und Vermögensberater berichten regelmäßig darüber, was passieren kann. Und schon lange – so kommt es uns vor – lesen wir über die gleichen Klagen: Die Unsicherheiten der...

Deutschland steht vor einer Zeitenwende. Laut dem „Altersvorsorge Monitor 2025“ von Nordlight Research und IWG Wirtschaft & Gesellschaft haben 61 Prozent der 18- bis 60-Jährigen eine ausgeprägte Angst vor Altersarmut, besonders gilt das für Frauen (67 Prozent) und jüngere Menschen unter 40 (65 Prozent). Die Gründe sind vielfältig. Als größte Bedrohung ihrer Altersvorsorge nehmen die Bundesbürger zunehmende wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Unsicherheiten wahr. Eine Konsequenz daraus: Generell erkennen die meisten Bundesbürger die Notwendigkeit privater Altersvorsorge an (95 Prozent) und betrachten diese auch als sehr wichtiges Sparziel (80 Prozent). Für ein knappes Drittel hat dieses Ziel sogar oberste Priorität. Die Zufriedenheit mit der bisherigen Zielerreichung ist aber gering: Nach eigener Einschätzung wären monatlich durchschnittlich rund 280 Euro mehr an Sparbeträgen erforderlich, um den eigenen Lebensstandard im Alter zu halten.

Früh starten lohnt sich

Ein Zahlenbeispiel zeigt, wie stark der Faktor Zeit bei der Altersvorsorge wirkt. Wer in einem Alter von 30 Jahren beginnt, monatlich 200 Euro in einen breit gestreuten ETF-Sparplan zu investieren und im Schnitt fünf Prozent Rendite nach Inflation erzielt, baut über 35 Jahre ein Vermögen von rund 227.000 Euro auf. Beginnt man erst mit 45 Jahren, ergeben sich bei gleicher Rate und Laufzeit von 20 Jahren nur etwa 82.200 Euro – ein Minus von fast 145.000 Euro.

Altersvorsorge mit ETFs: Die Auswahl ist groß

Die Palette an privaten Vorsorgemöglichkeiten ist breit. Klassische und fondsgebundene Rentenversicherungen, Riester- und Rürup-Verträge mit steuerlichen Vorteilen, betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber, kapitalbildende Lebensversicherungen oder auch flexible ETF- oder Aktiensparpläne stehen zur Auswahl. In Umfragen setzen inzwischen über 20 Prozent der Deutschen auf ETFs für die Altersvorsorge, während traditionelle Lebensversicherungen an Bedeutung verlieren. Eine von Experten präferierte Möglichkeit der eigenen Vorsorge ist eine Mischung aus steuerbegünstigten Produkten für Sicherheit und planbaren Leistungen, kombiniert mit ETF-Sparplänen für Wachstum und Flexibilität.

 

Viele Deutsche sorgen sich um ihre finanzielle Sicherheit im Alter.