Ein Sparschwein steht vor einem Aktenordner, an dem eine Person arbeitet
Wer im Alter seinen Lebensstandard halten möchte, sollte frühzeitig vorsorgen. iStock / AndreyPopov

Altersvorsorge-Möglichkeiten

Von ETF-Sparplan bis Aktienrente – was lohnt sich jetzt wirklich?

Wer frühzeitig für das Alter spart, schafft sich eine solide finanzielle Basis für die Zeit nach dem Renteneintritt. Verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge stehen zur Auswahl. Welche Form der Vermögensbildung am besten geeignet ist, hängt sowohl von der individuellen Risikobereitschaft als auch von persönlichen Zielen und Vermögensverhältnissen ab.

JB
· 2025

Unter den Berufstätigen in Deutschland ist das Vertrauen in börsennotierte Aktien, Fonds und Anleihen als Instrument der Altersvorsorge im Jahr 2024 deutlich gestiegen. Vermietete Immobilien und die gesetzliche Rente verlieren dagegen zusehends an Ansehen. Auch das Eigenheim ist laut der Ergebnisse der aktuellen HDI Berufe-Studie inzwischen weit von seinen einstigen Spitzenwerten entfernt.1 Bisherige Gewissheiten, wie die Berufstätigen in Deutschland finanziell für das Alter vorsorgen, gelten also immer weniger.

Erschienen in

Fokus Finanzen

am 8. Mai 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Gerade in unsicheren Zeiten, in denen sich Krise an Krise reiht, ist es essenziell, die eigenen Investments besonders gründlich auf die Probe zu stellen: Sind Aktien von US-Unternehmen in der derzeitigen geopolitischen Lage noch immer angebracht? Lohnen ETFs in Zeiten schwankender Märkte...

 

„Die Chancen der Aktie auf einen Blick“ – das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt, wie breit gestreute Aktienanlagen langfristig attraktive Renditen ermöglichen.

Lebensstandard sichern

Eine Frau überprüft ihre Unterlagen

Eine Folge dieser Unsicherheit: Die private Altersvorsorge gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn die gesetzliche Rente allein reicht im Ruhestand oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Eine individuelle Vorsorge bietet hierbei den Vorteil zusätzlicher finanzieller Stabilität. Wer frühzeitig mit dem Sparen beginnt, profitiert zudem vom Zinseszinseffekt, der das Vermögen über die Jahre deutlich anwachsen lässt. Ein weiterer Vorteil: Frühzeitiges Vorsorgen ermöglicht niedrigere monatliche Beiträge, da mehr Zeit zum Ansparen bleibt.

Um die Vorsorgelücke zu ermitteln, werden die voraussichtlichen Lebenshaltungskosten im Ruhestand der gesetzlichen Rente gegenübergestellt. Als grobe Orientierung gilt: Etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts reichen in der Regel aus, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Wichtig: Bei der Berechnung sollte auch die Inflation nicht außer Acht gelassen werden, da sie die Kaufkraft -beeinflussen kann.

Checkliste

Rentenlücke berechnen in 5 Schritten

  1. Aktuelle Renteninformation der DRV bereitlegen (ab 27 Jahren wird sie jährlich verschickt).
  2. Gewünschtes Versorgungsniveau festlegen (Faustregel: etwa 80 % des letzten Nettogehalts).
  3. Gesetzliche Rente (brutto) um Steuern/Sozialabgaben korrigieren.
  4. Private und betriebliche Ansprüche addieren.
  5. Differenz = Rentenlücke → Sparrate festlegen. 

Große Auswahl an Optionen

Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten der Altersvorsorge. So lässt sich zum Beispiel mithilfe einer Kapital-Lebensversicherung, einer privaten Rentenversicherung oder einer fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung Vermögen für den Ruhestand ansparen. Zu empfehlen sind auch eine private Altersvorsorge mit Aktien oder einem ETF-Sparplan. Um das Rentensystem angesichts des demografischen Wandels zukunftssicher zu gestalten, diskutiert man für eine passgenaue Altersvorsorge auch immer wieder über die Einführung einer sogenannten Aktienrente nach schwedischem Vorbild.

Schon gewusst?

Laut Rentenatlas 2024 der Deutschen Rentenversicherung bekommen Männer in Nordrhein-Westfalen und im Saarland im bundesweiten Vergleich die höchsten Renten.2 Wenn sie mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen können, erhalten sie im Durchschnitt 1.923 Euro (NRW) beziehungsweise 1.920 Euro (Saarland). Sie liegen damit rund 100 Euro über dem Bundesdurchschnitt.

Fazit

Altersvorsorge-Möglichkeiten gibt es viele – entscheidend ist, dass du früh startest, konsequent dranbleibst und deine Strategie zu Zielen und Risikoprofil passt. Wer die eigene Rentenlücke kennt, Inflation mitdenkt und breit streut (z. B. per ETF-Sparplan plus Sicherheitsbaustein), sichert den Lebensstandard im Ruhestand deutlich besser ab. Staatliche Rente bleibt Basis, private und betriebliche Bausteine liefern die notwendige Zusatzpower. Wichtig ist weniger das „perfekte“ Produkt als ein klarer Plan mit automatischer Sparrate, regelmäßigen Anpassungen und niedrigen Kosten.

Quellen:

1 HDI, 2024
2 Deutsche Rentenversicherung, 2024