Die globalen Aktienmärkte sorgen in diesem Jahr regelmäßig für Schlagzeilen: Von einem Höchststand zum nächsten eilen die großen Indizes – MSCI World, S&P 500 und Nasdaq sind Paradebeispiele für diese Rally. Nach dem Kursknick Anfang April, ausgelöst durch Trumps Liberation Day und das damit einhergehende Zollchaos, notieren sie auf Höchstständen – zumindest in US-Dollar. In den Euro-Depots lassen sich diese Höchststände nicht ablesen. Der Grund: Seit Jahresbeginn hat die US-Währung zum Euro um etwa zwölf Prozent an Wert verloren. Diese zwölf Prozent Wertverlust betreffen Anleger, die US-Aktien, -Anleihen oder -Fonds halten, aber auch Vorsorgesparer, die einen ETF-Sparplan auf den MSCI World eingerichtet haben. Der Index trägt zwar das Wort „World“ im Namen, war zwischenzeitlich aber zu mehr als 70 Prozent mit US-Börsentiteln bestückt. In europäischen Depots ist die Dollar-Schwäche die Ursache dafür, dass die Währungsentwicklung der Wall Street deutlich hinterherhinkt.
Beste Geldanlagen: Aktien weiterhin im Zentrum
Sollte man also angesichts des Währungsrisikos weiterhin in US-Aktien investieren? Das fragen sich zunehmend auch erfahrene Anleger. Wer einen Blick auf das Verhalten professioneller Großanleger wirft, erhält eine deutliche Antwort: Ja, sagen die Family Offices weltweit. Dem aktuellen Family Office Investment Insights Report, einer globalen Befragung von 245 Family Offices durch die Investmentbank Goldman Sachs zum Ende des ersten Halbjahres 2025, zufolge drehen die Vermögensverwaltungen der reichen Familien den Staaten nicht den Rücken zu. „Die USA sind das Zentrum für Technologie – künstliche Intelligenz war ein wesentlicher Treiber für Renditen, und wir erwarten weiterhin, dass viel Kapital in Technologiewerte fließen wird“, erklärt Darren Allaway, Leiter des Geschäfts mit Family Offices in Europa, dem Nahen Osten und Afrika bei Goldman Sachs, die Umfrageergebnisse. Demzufolge erwarten 58 Prozent der Befragten, dass sie in den nächsten zwölf Monaten weiter überwiegend in Technologie investieren werden. 86 Prozent sind in KI investiert, zum größten Teil über Aktien. Überhaupt hätten sich Investitionen in US-Aktien trotz aller Unsicherheiten für Family Offices und andere langfristige Anleger ausgezahlt, heißt es in dem Bericht weiter. Auch grundsätzlich haben die Family Offices ihre Aktienquoten in der jüngsten Vergangenheit angehoben: Lag die Aktienquote bei der Befragung vor zwei Jahren noch bei 28 Prozent, so stecken nun 31 Prozent des Vermögens in börsennotierten Aktien – ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber 2023. Zudem erwarten 38 Prozent, ihre Allokationen in Aktien in den kommenden Monaten weiter zu erhöhen. Trotz geopolitischer Risiken und politischer Unsicherheiten setzen professionelle Vermögensverwalter damit auch 2025 langfristig auf strukturelle Wachstumsfelder.
Mit Edelmetallen für die Krise wappnen
Auch Gold bleibt als „Hedge“ gegen geopolitische und ökonomische Krisen gesetzt. In den Fokus der Aufmerksamkeit sind bei den Vermögensverwaltern zuletzt dagegen Krypto-Assets gerückt: 33 Prozent der Befragten investieren bereits in Kryptowährungen; 2023 waren es 26 Prozent – allerdings meist mit kleiner Gewichtung und klarem Risikomanagement. Die Krypto-Investments gelten als Absicherung gegen Extremrisiken. Lange schienen dagegen Zinsanlagen tot, nun liefern Staatsanleihen westlicher Länder wieder attraktive laufende Renditen: Zehnjährige US-Treasuries rentieren mit mehr als vier Prozent, bei 30-jährigen liegen die Renditen sogar bei über fünf Prozent. Und auch die europäischen Staatsanleihen werfen Renditen ab, wie sie zuletzt in der Finanzkrise gesehen wurden. Doch diese neue Anleihewelt hat Schattenseiten: Die höheren Renditen sind teils Ausdruck wachsender Nervosität an den Märkten. Historisch hohe Schuldenstände, zum Beispiel in Frankreich, das derzeit mit 114 Prozent des BIP verschuldet ist, aber auch Herabstufungen der Ratings von Staaten wie den USA oder schwache Anleihe-Auktionen zeigen, dass eine Rückkehr zu alten Mustern nicht risikolos ist. So haben die Family Offices derzeit rund elf Prozent ihrer Vermögen in festverzinsliche Wertpapiere, also Anleihen von Staaten, aber auch Unternehmen, investiert. Vor zwei Jahren waren es zehn Prozent.
Betongold für laufende Erträge
Gleichzeitig nahmen die Allokationen in Private Real Estate & Infrastruktur sowie Private Credit leicht zu – ein Beleg für die Nachfrage nach laufenden Erträgen. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) investieren dabei hauptsächlich direkt in Private Real Estate und nutzen ihre operative Expertise, während sie bei anderen alternativen Anlagen weiterhin überwiegend auf externe Manager setzen. Insgesamt stecken derzeit elf Prozent der Vermögen von Family Offices in Private Real Estate & Infrastruktur (2023: neun Prozent). Auch den deutschen Investoren galten Immobilien viele Jahre als Selbstläufer unter den Sachwerteinvestments. Doch angesichts steigender Finanzierungskosten und stagnierender Preise ist auch hier Vorsicht angebracht. Expertenumfragen zeigen: Die Stimmung unter Profis ist weiterhin mies – die „Aufbruchstimmung in der Branche nach dem Regierungswechsel ist bereits wieder verflogen, vielerorts macht sich Ernüchterung breit“, weiß Michael Voigtländer, Immobilienexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft und Mitautor des quartalsweise erstellten Stimmungsindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Fazit: Die Immobilienwirtschaft sei ohne Schwung aus der Sommerpause gekommen.
Vermögen absichern
Gerade für Immobilien, aber auch für viele andere Vermögenswerte gilt: Das eigene Vermögen abzusichern, ist kein Luxus, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil nachhaltiger Vermögensverwaltung – schließlich lauern Risiken nicht nur an den Börsen. Wer vorsorgt, schützt sich vor Verlusten durch Haftung, Krankheit, Unfall, Naturkatastrophen oder sogar wirtschaftliche Krisen. Denn unvorhergesehene Schadensfälle können das gesamte Vermögen gefährden, besonders wenn keine entsprechende Absicherung besteht. Ein cleverer Versicherungsschutz bringt eine wichtige Gelassenheit: Er macht Vermögen beständig, schützt die Lebensqualität von der Generation heute bis ins Morgen – und bewahrt die Früchte harter Arbeit vor dem unvorhergesehenen Sturm. Wichtig dabei: Begleitend zu den Investments sollte auch der Versicherungsschutz regelmäßig überprüft und angepasst werden, um langfristig die Vermögenssicherung zu gewährleisten.