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Emerging Markets: Digitalisierung und Demographie sind die Wachstumstreiber

Vertriebsexperte für ETFs bei Franklin Templeton Martin Bechtloff erklärt, warum asiatische Schwellenländer das globale Wirtschaftswachstum anführen und wie deutsche Anleger davon profitieren können.

Von Martin Bechtloff, Vice-President ETF Sales
· 2025

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60325 Frankfurt
E-Mail: kontakt@franklintempleton.de
Web: http://www.franklintempleton.de

Emerging Markets: Digitalisierung und Demographie sind die Wachstumstreiber
Erschienen in

2026 – Wohin mit dem Geld?

am 11. Dezember 2025 in „Handelsblatt“
Wohin mit dem Geld? Diese Frage stellt sich heute drängender denn je: Die Zinsen sind zurück, kommen aber nur selten über die Inflationsrate hinweg. Aktien und ETFs versprechen attraktivere Renditen, doch die Märkte schwanken, politische Schlagzeilen lösen Kurssprünge...
Wie würden Sie einem skeptischen deutschen Anleger erklären, wa­rum Emerging Markets ETFs attraktiv sind?

Für viele Privatanleger in Deutschland steht die Altersvorsorge im Mittelpunkt der Anlageentscheidung. Durch diesen langfristigen Anlagehorizont spielen kurzfristige Schwankungen eine weniger große Rolle – entscheidend ist, wo das Wachstum der Zukunft entsteht. Aktuell sind es vor allem die Schwellenländer in Asien, die das globale Wirtschaftswachstum antreiben. Ihr Anteil ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen, und es spricht vieles dafür, dass dieser Trend anhält. Zur Einordnung: Im Jahr 2025 und 2026 werden diese Länder 50 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums* ausmachen!

Welche langfristigen Faktoren sprechen für eine stärkere Rolle der Emerging Markets?

Unsere Analysten sehen vor allem zwei Treiber: Digitalisierung und Demografie. Im Bereich Digitalisierung – insbesondere im Kontext des KI-Booms – nehmen einige asiatische Länder eine führende Rolle ein. Taiwan ist weltweit führend in der Halbleiterproduktion, während Korea vor allem bei Halbleiterspeichern stark positioniert ist. China blickt auf ein sehr erfolgreiches Börsenjahr zurück, getrieben unter anderem durch Unternehmen wie DeepSeek oder Tencent, die massiv in künstliche Intelligenz und Halbleitertechnologien investieren. Das Ziel ist klar: China will aufholen und zur globalen Spitze zählen. Auch Indien hat sich technologisches Know-how ins Land geholt und baut inzwischen eigene Chips. Wir leben im KI-Zeitalter – und an der Digitalisierung führt kein Weg vorbei. In vielen Bereichen ist Asien hier bereits führend.

Die demografische Entwicklung in den Schwellenländern ist extrem heterogen – ähnlich wie in Europa. Es gibt Länder mit einer jungen und stark wachsenden Bevölkerung wie Indonesien oder Indien, die von einem dynamischen Arbeitsmarkt und steigender Konsumnachfrage profitieren. Indien hat China zudem als bevölkerungsreichstes Land der Welt abgelöst. Ganz anders sieht es in den technologisch fortschrittlichen und stark industrialisierten Regionen Ostasiens aus: Korea, Taiwan und auch China stehen – ähnlich wie viele Industrieländer – vor demografischen Herausforderungen. Diese sollen vor allem von technologischen Innovationen im Bereich der Robotik abgefangen werden.

Ein weiterer Wachstumstreiber: die zunehmende Öffnung für ausländische Investoren. Eintrittsbarrieren werden abgebaut, was insbesondere für westliche Investoren interessant ist. Korea zählt in diesem Jahr zu den Top-Performern am Aktienmarkt. Ein Grund dafür ist die Verbesserung der Corporate Governance nach japanischem Vorbild. Mehr Transparenz, Aktienrückkäufe und ein klarer Fokus auf Shareholder-Value sollen den sogenannten „Korea-Abschlag“ reduzieren.

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Ob als Sparplan oder Einmalanlage – Franklin Templeton ETFs können bei zahlreichen Banken, Direktbanken und Neobrokern erworben werden. Sie benötigen nur ein Wertpapierdepot. 

Franklin FTSE Brazil UCITS ETF
ISIN: IE00BHZRQY00
WKN: A2PB5U

Franklin FTSE China UCITS ETF
ISIN: IE00BHZRR147
WKN: A2PB5V

Franklin FTSE India UCITS ETF
ISIN: IE00BHZRQZ17
WKN: A2PB5W

Franklin FTSE Korea UCITS ETF
ISIN: IE00BHZRR030
WKN: A2PB5X

 

Franklin FTSE Taiwan UCITS ETF
ISIN: IE000CM02H85
WKN: A3C9A1

Franklin FTSE Saudi Arabia UCITS ETF
ISIN: IE000C7DDDX4
WKN: A40QKJ

Franklin FTSE Emerging Markets UCITS ETF
ISIN: IE0004I037N4
WKN: A408N2

Franklin EM Multi-Factor Equity UCITS ETF
ISIN: IE00BF2B0K52
WKN: A2DTF1

Franklin FTSE Emerging ex China UCITS ETF
ISIN: IE0006D3PGW3
WKN: A408N4

Franklin FTSE Asia ex China ex Japan UCITS ETF
ISIN: IE00BFWXDV39
WKN: A2JKUU

Wenn Sie auf einer Landkarte grüne und rote Regionen für die nächsten Jahre markieren müssten – wo sehen Sie Chancen, wo Risiken?

Besonders optimistisch bin ich für Ostasien – Taiwan, Korea und China sind in vielen Schlüsseltechnologien kaum noch einzuholen. Von der Neuordnung der globalen Lieferketten könnte Brasilien am meisten profitieren, da das Land bereits viele ausländische Direktinvestitionen anzieht und im Rohstoffbereich stark ist. Skeptisch bin ich bei Ländern, die sich den neuen globalen Bedingungen nicht anpassen können oder politisch instabil sind.

China ist für viele Investoren ein Dilemma: hohe Gewichtung im MSCI EM, aber geopolitische Risiken. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Die Bedeutung geopolitischer Risiken für China werden oft überschätzt. Der Anteil der USA an Chinas Exporten ist verhältnismäßig gering, und in den letzten Jahren hat die chinesische Regierung einiges unternommen, um in den wichtigsten Industriebereichen unabhängiger zu werden. Dies wird auch durch den jüngst veröffentlichten neuen Fünfjahresplan Chinas unterstrichen. Die größten Herausforderungen für Investoren resultieren vielmehr aus innenpolitischen Entscheidungen. Der chinesische Aktienmarkt könnte weitere Unterstützung erhalten, wenn sich beispielsweise die Stimmung im Binnenkonsum aufhellt. Aktuell beobachten wir, dass die Risikoprämie für China sinkt, weil Investoren stärker auf Fundamentaldaten achten.

Sollte man gezielt in einzelne Regionen investieren oder lieber breit streuen?

Das hängt vom eigenen Anlageverhalten ab. Wer gezielt recherchieren möchte, kann spezielle Einzelländer-ETFs wählen. Ein breit gestreuter Emerging Markets ETF bietet dagegen mehr Diversifikation und reduziert Einzelländer-Risiken. Es gibt inzwischen auch ETF-Strategien, die China vollständig ausklammern. Die Entwicklung der Schwellenländer ist sehr heterogen – Indien etwa hat sich zuletzt ganz anders entwickelt als Korea oder China.

Wie bewerten Sie Vietnam als Investmentziel?

Vietnam gilt noch als sogenannter Frontier Market, weil der Zugang für ausländische Investoren begrenzt war. Das wird sich im Jahr 2026 ändern! Im kommenden Jahr stuft der Indexanbieter FTSE Russell das Land nämlich in die Kategorie der Schwellenländer hoch. Außerdem ist das Land spannend, da es von der Verlagerung globaler Lieferketten profitiert.

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Wie unterscheiden sich verschiedene Indizes und ETFs für Schwellenländer – etwa in Bezug auf Länder-, Branchen- oder Marktkapitalisierungsschwerpunkte?

Wir verwenden in unseren Schwellenländer-Indizes den Indexanbieter FTSE statt MSCI. Obwohl die Zusammensetzung der Indizes beider Anbieter recht ähnlich ist, gibt es bei der Länderklassifikation kleinere Unterschiede. So stuft FTSE Korea und Polen beispielsweise als entwickelte Länder ein, wohingegen MSCI diese als Schwellenländer einstuft. Andererseits hat FTSE beschlossen, Vietnam im Jahr 2026 als Schwellenland einzustufen, wodurch dieses in den Index aufrücken wird.

Zudem erfreuen sich, wie bereits erwähnt, vor allem Ex-China-Strategien großer Beliebtheit bei Investoren. Aber auch ETFs, die nur auf die Wachstumstreiber in Asien setzen, verzeichnen steigende Mittelzuflüsse.

Lohnt sich ein Investment in Schwellenländer jetzt – oder ist „der Zug schon abgefahren“? Wie schätzen Sie das Chancen-Risiko-Verhältnis aus heutiger Sicht ein?

Obwohl viele Schwellenländer in diesem Jahr eine beeindruckende Entwicklung hingelegt haben, sind viele Aktien aus Schwellenländern noch immer günstiger bewertet als ihre Pendants aus Industrieländern. Zudem sorgen die strukturellen Wachstumstreiber der technologischen Transformation, demografischen Entwicklung und Neugestaltung globaler Lieferketten für langfristiges Wachstumspotenzial. Kurzfristige Schwankungen gehören jedoch auch in dem Bereich der Schwellenländer dazu. Viele von ihnen weisen weiterhin individuelle Währungs-, politische oder regulatorische Risiken auf. Diese sollten bei einem langfristigen Anlagehorizont jedoch weniger stark ins Gewicht fallen.

Was könnte Sie in den nächsten zwölf Monaten bei Emerging Markets ETFs am meisten überraschen – positiv wie negativ?

Ich wäre negativ überrascht, wenn die US-Notenbank beschließen würde, die Zinsen früher als vom Markt erwartet anzuheben. Dieses Szenario könnte Kapitalabflüsse aus Schwellenländern auslösen und die Volatilität von ETFs aus Schwellenländern erhöhen. Ich wäre positiv überrascht, wenn der Konsum in China deutlich anziehen und zu einer wichtigen Säule des Wirtschaftswachstums werden würde. Umgekehrtes Bild in Brasilien: Ich wäre positiv überrascht, wenn sich die Inflation in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas schnell beruhigen würde. Dieser Schluss fasst es schön zusammen. Schwellenländer entwickeln sich sehr heterogen.

Mehr erfahren unter: www.franklintempleton.de

* Quelle: RHS-Economic Intelligence Unit, basierend auf Asien ohne Japan.

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