Bitcoin-Symbol auf digitalem Finanzchart mit Kryptowährungen und Blockchain-Technologie
Bitcoin-Anleger hoffen auf einen neuen Aufschwung im kommenden Jahr. iStock / alejomiranda

Digitale Währung

Zwischen Schallmauer und Realität

Wohin treibt der Bitcoin? Nachdem die Kryptowährung Anfang Oktober 2025 erstmals die Marke von 126.000 Dollar geknackt hatte, befindet sie sich in einer deutlichen Abwärtsbewegung und stürzte im November sogar auf rund 80.000 Dollar ab.

Von Christian Hartwich
· 2025
Erschienen in

2026 – Wohin mit dem Geld?

am 11. Dezember 2025 in „Handelsblatt“
Wohin mit dem Geld? Diese Frage stellt sich heute drängender denn je: Die Zinsen sind zurück, kommen aber nur selten über die Inflationsrate hinweg. Aktien und ETFs versprechen attraktivere Renditen, doch die Märkte schwanken, politische Schlagzeilen lösen Kurssprünge...

Schwindende Zinshoffnungen, Angst vor dem Platzen der KI-Blase und massive Abflüsse aus Krypto-ETFs setzten Bitcoin, Ethereum, Solano und anderen Kryptowährungen zuletzt erheblich zu. Trotz des Drucks der vergangenen Wochen ist ein neuer Aufschwung im kommenden Jahr aber keineswegs ausgeschlossen. 

Volatil, aber etabliert

Kryptowährungen entstanden aus dem Wunsch nach einem dezentralen, unabhängigen Geldsystem. Bitcoin legte im Jahr 2009 den Grundstein, Ethereum folgte 2015 mit programmierbaren Verträgen. Heute gibt es Tausende digitaler Währungen – von Solana über Cardano bis XRP. Doch nicht alles, was glänzt, ist „Gold“. Fakecoins, also wertlose Nachahmer ohne echten Nutzen, lassen sich meist an fehlender Transparenz, unrealistischen Gewinnversprechen und inaktiven Entwicklerteams erkennen. Wer investiert, sollte Projekte vorher also genau prüfen. Längst hat sich die Krypto-Welt professionalisiert. Institutionelle Investoren sind inzwischen engagiert, erste Bitcoin-ETFs sind seit 2024 genehmigt und aktiv am Markt. Immer mehr Analysten sehen digitale Assets inzwischen als Beimischung im Portfolio. Dennoch bleibt das Risiko enorm: Hohe Volatilität, mögliche Regulierungen und technische Unsicherheiten können Gewinne, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben, schnell zunichte machen. Wer handeln will, nutzt am besten etablierte Plattformen und verwahrt größere Bestände in einer eigenen Wallet, um Hacks und Plattformpleiten vorzubeugen.

Digitale Währung: Risiken verstehen

Die Einsatzmöglichkeiten der Kryptos reichen von schnellen internationalen Zahlungen über NFTs (Non-Fungible Tokens) bis zu auf Blockchain-Technologie basierende dezentrale Finanzdienstleistungen, sogenannte DeFis. Für erfahrene Anlegerinnen und Anleger eröffnet das Chancen auf Rendite, Diversifikation und Inflationsschutz – sofern die Risiken verstanden werden. Tatsächlich wird Bitcoin zunehmend als „digitales Gold“ betrachtet und Ethereum als Fundament einer neuen Finanzinfrastruktur. Beide könnten in den kommenden Jahren weiter wachsen, vor allem wenn wieder verstärkt institutionelles Kapital in den Markt strömt.Analysten sehen den Bitcoin im kommenden Jahr bei 100.000 und 150.000 US-Dollar, J.P. Morgan prognostiziert gar bis 170.000 US-Dollar für Bitcoin. Die Prognosen für Ethereum liegen bei 4.000 US-Dollar. Optimistische Modelle gehen sogar von 5.000 US-Dollar aus. Auf jeden Fall können Anleger damit rechnen, dass der Kryptomarkt weiter äußerst volatil bleibt. Insofern können Krypto-Assets ein spannender Baustein im Portfolio sein, eine solide Anlagestrategie ersetzen sie aber nicht.

 

Anleger können davon ausgehen, dass der Kryptomarkt volatil bleibt.

Einfacher Zugang

Bitcoin-ETFs gibt es in den USA seit Januar 2024, als die Börsenaufsicht SEC erstmals Spot-Produkte zuließ. Größter Fonds ist der iShares Bitcoin Trust von BlackRock mit fast 70 Milliarden US‑Dollar Anlagevolumen und fast der Hälfte des gesamten Marktanteils. Insgesamt stecken weltweit über 100 Milliarden Dollar in Bitcoin-ETFs. Zeitweise kam es im Herbst allerdings zu Abflüssen im Milliardenbereich – Grund war eine Kurskorrektur des Bitcoin um mehr als 30 Prozent. Für Anleger ist ein Bitcoin-ETF ein regulierter, vergleichsweise einfacher Zugang zu einem Investment in Bitcoin, ersetzt aber nicht das hohe Kursrisiko und sollte nur als kleine Beimischung im Depot dienen.