Gold gilt als sicherer Hafen, in dem  das Vermögen Krisen übersteht.
Gold gilt als sicherer Hafen, in dem das Vermögen Krisen übersteht. iStock / Dacharlie

Edelmetallinvestments

Schweres Wetter im „sicheren Hafen“

„Gold ist ein sicherer Hafen“ – so lautet eine jahrhundertalte Weisheit. Aber gilt sie heute noch? Während die Preise für Öl und Gas aufgrund des Iran-Krieges steigen, ist der Goldpreis seit Beginn des Krieges stark gefallen und durchschlug nach Monaten des Aufstiegs in der zweiten Märzhälfte 2026 die Marke von 4.500 Dollar nach unten. Noch einige Wochen zuvor notierte er bei rund 5.600 Dollar je Feinunze.

Von Christian Hartwich
· 2026
Erschienen in

Fokus Finanzen

am 15. April 2026 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
In den vergangenen Jahren ist „Normalität“ immer mehr zu einem Sehnsuchtsbegriff geworden. Der Umgang mit Krisen ist inzwischen fast ein Dauerzustand. Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine – und nun der Krieg im Iran. Wir erleben, wie Bomben und Drohnen Menschenleben kosten...

Trotz der Turbulenzen wird Gold seinem traditionellen Ruf wohl treu bleiben. Die Analysten der schweizerischen UBS etwa erklären, dass Gold eine Absicherung gegen die Auswirkung von Konflikten sein kann. Dies gelte im Fall von Währungsabwertungen, steigenden Defiziten und Konjunkturabschwüngen, die Folgen eines Krieges sein können. Die seit einigen Wochen stark gestiegenen Preise für Öl und Gas führten dagegen kurzfristig zu Inflationsängsten und einem stärkeren Dollar. Gerade das Gespenst der Inflation sorge dafür, dass Zinserhöhungen wieder verstärkt in den Vordergrund treten, was sich negativ auf den Goldpreis auswirke. Als Beispiel für diese Entwicklung kann der Ausbruch des Ukraine-Krieges 2022 gesehen werden. Nach Beginn der russischen Invasion legte der Goldpreis zunächst stark zu, fiel aber nach einiger Zeit wieder zurück, als die US-Notenbank als Maßnahme gegen die wachsende Inflation die Zinsen anhob. 

Belastend auf den Goldpreis dürfte auch wirken, dass viele Anleger derzeit Gold verkaufen, um schnell zu Geld zu kommen. Das betrifft gerade Investoren, die zuvor Aktien auf Kredit erworben hatten. Hintergrund ist, dass die Kurse der als Sicherheit hinterlegten Wertpapiere stark gesunken sind und der Wert dieser Papiere jetzt nicht mehr ausreicht, um die aufgenommenen Kredite abzudecken. Sogenannte Margin Calls zwingen die Anleger dann, zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen. Um entsprechend rasch Liquidität zu beschaffen, verkaufen sie häufig zuerst Gold.

Vorteile im Portfolio mit Edelmetallinvestments

Trotz der momentanen Unsicherheiten bieten Edelmetalle wie Gold, Silber, Palladium oder Platin als Anlageprodukte einige Vorteile. Im Gegensatz zu digitalen Währungen oder Aktien, die nur auf dem Papier existieren, können Anleger Goldbarren oder Silbermünzen in den Händen halten. Sie sind weltweit anerkannt und können leicht gehandelt werden. Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, Gold und andere Edelmetalle als Wertpapiere zu erwerben. Diese bilden die Entwicklung des Goldpreises beziehungsweise des entsprechenden Edelmetalls ab. Für Investorinnen und Investoren in Deutschland kommen dafür zum Beispiel Gold-ETCs infrage. Eine beliebte derartige Gold-Variante ist in Deutschland zum Beispiel Xetra-Gold. Grundsätzlich können Edelmetalle eine sinnvolle Ergänzung zu einem gut diversifizierten Portfolio sein. Sie korrelieren oft negativ mit anderen Anlageklassen, was bedeutet, dass sie in Zeiten, in denen Aktienmärkte fallen, an Wert zulegen. Dabei sollten Edelmetalle, die in ihrem Wert auch erheblich schwanken können, in der Regel als langfristige Investition betrachtet werden.

 

Es gibt auch die Möglichkeit, Gold als Wertpapiere zu erwerben.