Banken in Not: Mit Krediten und Einlagen ist aktuell kaum noch ein Geschäft zu machen. Dafür sollen neue Finanzprodukte und -dienstleistungen, die erst durch digitale Prozesse möglich geworden sind, klassische Einnahmequellen der Banken ergänzen oder sogar ersetzen.
Im Geschäftsmodell der Versicherungen fordern neue Technologien, wirtschaftliche Realitäten, sich verlagernde gesellschaftliche und kulturelle Normen sowie eine stark steigende Wettbewerbsintensität die etablierten Unternehmen zu gravierenden Umstellungen.
Fin- und Insurtech: Wettbewerb wird intensiver
Hintergrund dafür bildet unter anderem die hohe Akzeptanz der Kommunikation und Aktion im Online-Business. Kunden verändern zusehends ihr Kaufverhalten und wählen bevorzugt den direkten Weg via Internet. Deren Erwartungen und Interaktionsformen nehmen durch die Möglichkeiten des Social- und Mobile-Networkings neue Formen an. Bedürfnisse verschieben sich und führen zu Lebensentwürfen und Verhaltensweisen, Beispiel Generation Y (Millennials). Die Infragestellung von zuvor altbewährten, starren Hierarchien zeichnet die technikaffinen Generationen aus. Das zeitgleiche politische Bestreben der Harmonisierung und Globalisierung der Finanzindustrie reduzieren die Markteintrittsbarrieren massiv und kreieren andere Formen von Unternehmenskultur.
Online-Lösungen liefern die Infrastruktur
Digitale Wettbewerber fordern klassische Banken mit digitalen Dienstleistungen heraus: FinTech-Unternehmen, Startups und andere digitale Finanzdienstleister lassen mit kundenfreundlichen und kosteneffizienten Online-Lösungen die klassischen Dienstleistungen etablierter Banken hinter sich.
Nicht nur Technologiekonzerne wie Google, Facebook oder Twitter mit enormen Kundendatenallokationen finden Zugang zu Themen der Banken und Versicherungen. Auch vertikale versicherungsnahe Industrien wie Fahrzeug-Hersteller, Reiseportale, Krankenhäuser betrachten das Geschäftsfeld als äußerst attraktiv.
Für mehr Wettbewerb sorgt künftig die neue europäische Zahlungsdienstrichtlinie Payment Service Directive 2, auch PSD2 genannt. Die Richtlinie soll für Verbraucher das Online-Banking und das Bezahlen im Internet bequemer, billiger und sicherer machen. Dank PSD2 verfügt nun der Kunde und nicht mehr die Bank über Kontodaten und Kontobewegungen. Nicht zuletzt werden durch die neue Richtlinie die Entwicklung und Nutzung innovativer Technologien für den Online-Zahlungsverkehr gefördert.
Quellen:
www.mckinsey.de
www.bmwi.de
www.fraunhofer.de
www.teletrust.de