Beide Versicherungsarten haben Vor- und Nachteile. Vorteile bei der GKV sind vor allem eine umfassende Grundversorgung sowie die Familienversicherung. Das heißt, Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen können beitragsfrei mitversichert werden. Zu den Nachteilen zählen begrenzte Leistungen, längere Wartezeiten bei Arztterminen und steigende Zusatzbeiträge.
Individuelle Leistungen, kürzere Wartezeiten, Chefarztbehandlung, Einbettzimmer im Krankenhaus sind Vorteile einer Mitgliedschaft in der PKV. Nachteile sind allerdings oft kräftige Beitragsanpassungen, hohe Beiträge im Alter, individuelle Risikoprüfungen und last but not least eine fehlende Familienversicherung. Zudem ist eine Rückkehr in die GKV oft schwierig oder ganz ausgeschlossen.
Kosten weiter im Aufwind
Doch wohin geht die Reise? Experten erwarten, dass die Kosten im Gesundheitssystem weiter steigen werden. Dies wird sowohl die GKV als auch die PKV vor große Herausforderungen stellen. In der GKV wird der Druck auf die Zusatzbeiträge weiter zunehmen. Die PKV wird verstärkt auf individuelle Tarife und digitale Services setzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Sicher scheint aber auch, dass die Unzufriedenheit der Versicherten zunehmen wird. Schon heute sorgt die Trennung in gesetzliche und private Krankenversicherung bei vielen für Frust. Privatversicherte bekommen oft schneller Termine und bevorzugte Behandlung. Viele empfinden das als ungerecht und sprechen von einer Zwei-Klassen-Medizin. Für weitere Frustration bei Patienten wie auch bei Ärzten sorgen Abrechnungsstrukturen, Genehmigungsverfahren und das Dickicht an Vorschriften.