Der Besitz von Immobilien ist ein entscheidender Faktor dafür, ob Menschen in Deutschland einen Vermögenszuwachs erfahren. Eigentümer selbst genutzter Immobilien verfügen im Schnitt mit rund 225.000 Euro über ein zehnmal so hohes Vermögen wie Personen, die zur Miete wohnen (24.000 Euro). Stagnierte von 2002 bis 2012 noch das Nettovermögen beider Gruppen, wirken sich seit dem Jahr 2012 Wertsteigerungen von Immobilien positiv auf die Nettovermögen der Eigentümer aus. Zu diesem Schluss kam zuletzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
In Immobilien investieren: Werte steigen
Vor allem die Preise für Wohnimmobilien sind in Deutschland zuletzt kräftig gestiegen – und zwar im Schnitt um bis zu 5,2 Prozent, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Dies betrifft nicht nur Großstädte und städtische Kreise, sondern auch ländliche Regionen. So stiegen die Immobilienpreise im Durchschnitt für Berlin und Hamburg, München und Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart sowie Düsseldorf um bis zu zehn Prozent an. „Ich kann mir kurzfristig und mittelfristig derzeit noch nicht vorstellen, dass der Markt sich signifikant abschwächt. Solange die Europäische Zentralbank weiterhin die günstigen Zinsen beibehält, sollte sich der Preisanstieg auf dem Markt auf jetzigem Niveau halten oder leicht verlangsamen“, erklärt Baufinanzierungsspezialist Hans Dieter Meier vom Kreditvermittler Dr. Klein und ergänzt: „Solange der Kauf einer Immobilie im Vergleich zur Mietzahlung nahezu im selben Verhältnis steht, lohnt sich ein Kauf noch.“
Anleihen und Fonds als Alternative
Wer jedoch nicht gleich eine ganze Immobilie kaufen möchte, für den können Immobilienanleihen durchaus lukrativ sein. Immobilienanleihen können direkt zu 100 Prozent bei der Emittentin ohne Bank- und Börsengebühr gezeichnet werden oder via Börse, wo der Kauf oft günstiger ist. Auch offene Immobilienfonds stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Der Grund: Im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen bringen offene Immobilienfonds im Schnitt 3,8 Prozent mehr Rendite, hat die Ratingagentur Scope ermittelt. Für die Erhebung haben Experten die durchschnittliche Rendite von 14 offenen Immobilienfonds mit der Performance deutscher Staatsanleihen über die vergangenen 15 Jahre verglichen. Ergebnis: Die Performance der offenen Immobilienfonds lag jederzeit oberhalb der von Bundesanleihen, Ende September 2019 betrug die Renditedifferenz bei 3,8 Prozentpunkten. Während Renditen deutscher Staatsanleihen in den vergangenen Jahren fortlaufend gesunken sind, haben sich die Renditen der offenen Immobilienfonds – vor allem getrieben durch Wertzuwächse der Bestandsimmobilien – sukzessive erhöht.