Eine Frau schaut sich Aktienkurse auf ihrem Smartphone an
An Aktien führt beim Vermögensaufbau kein Weg vorbei.

Inflationsschutz durch Aktien

Timing ist nicht alles

Wertpapiere gehören zu den attraktiven Eintrittskarten für Investitionen in vielversprechende Marken, Produkte oder Technologien. Wann der richtige Moment zum Einsteigen ist, hängt dabei weniger von der aktuellen Börsenlaune oder politischen Lage ab – viel wichtiger ist, wie das jeweilige Unternehmen bewertet ist.

JB
· 2025

In den vergangenen Jahren ist das Interesse an Aktien und Wertpapieren trotz der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten bei jungen Menschen deutlich gestiegen. Waren es 2018 noch neun Prozent, die in Aktien oder andere Wertpapiere investierten, sind es heute bereits 31 Prozent, zeigen die Zahlen der aktuellen Jugendstudie des Bankenverbands zum Finanzverhalten der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland.1 Natürlich gibt es dabei große Altersunterschiede: Besonders bei den 21- bis 24-Jährigen hat der Anteil mit 43 Prozent ein hohes Niveau erreicht. Doch auch insgesamt zeigt sich: Junge Menschen setzen mehr auf Kapitalanlagen und versuchen, von den Chancen der Finanzmärkte zu profitieren.

Erschienen in

Fokus Finanzen

am 8. Mai 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Gerade in unsicheren Zeiten, in denen sich Krise an Krise reiht, ist es essenziell, die eigenen Investments besonders gründlich auf die Probe zu stellen: Sind Aktien von US-Unternehmen in der derzeitigen geopolitischen Lage noch immer angebracht? Lohnen ETFs in Zeiten schwankender Märkte...

Verpasste Chancen

Dennoch bleibt die Aktienquote in Deutschland insgesamt sehr niedrig, auch im internationalen Vergleich. Dabei hätte sich beispielsweise in den vergangenen Jahren ein Investment in Aktien besonders gelohnt. Erst in diesem Jahr erreichte der deutsche Leitindex DAX mit zeitweise mehr als 23.400 Punkten einen neuen Rekordstand. Auch eine Modellrechnung der DZ Bank zeigt, dass die Menschen in Deutschland durch ihre Scheu vor Aktien in den vergangenen Jahren im Prinzip letztlich Geld verschenkt haben: Hätten sie zwischen 2011 und Mitte 2024 stärker auf -Aktien gesetzt, wäre ihr Vermögen nun um stattliche 715 Milliarden Euro höher.2 Das entspricht einem Plus von fast acht Prozent trotz zwischenzeitlicher Börseneinbrüche aufgrund der Coronakrise und des Krieges in der Ukraine. Diese langfristigen Renditechancen sollten Investoren trotz der aktuellen Zollpolitik des US-Präsidenten Trump nicht außer Acht lassen.

Ein weiterer Vorteil ist der Zugang zu exklusiven Anlageklassen wie Private Equity, Immobilien- oder Hedgefonds, die häufig mit hohen Einstiegshürden verbunden sind. Diese individuellen Lösungen erfordern jedoch meist eine hohe Mindestanlagesumme und sind mit entsprechend höheren Kosten verbunden.

 

Ohne die Angst vor Aktien wären deutsche Haushalte reicher.

Inflationsschutz durch Aktien

Außerdem bieten Aktien langfristig nicht nur Renditechancen, sondern auch einen gewissen Inflationsschutz. Viele Unternehmen konnten ihre Gewinne ungeachtet steigender Kosten stabil halten oder sogar steigern, indem sie die Preise an ihre Kundschaft weitergaben. Aktionäre profitieren davon. Klar sollte also sein: In der Regel hängt die langfristige Wertentwicklung von Aktienkursen stärker von Faktoren ab, die nichts mit der aktuell hochvolatilen Marktsituation zu tun haben.

SCHON GEWUSST?

Der DAX markierte 2025 neue Hochs über 23.000 Punkten – trotzdem bleibt für Privatanleger die Bewertung einzelner Unternehmen/ETFs wichtiger als Tageslaune.3

Fazit: Timing ist nicht alles – Disziplin schon

Statt auf den „perfekten“ Moment zu warten, setze auf fair bewertete Unternehmen, breite Streuung und einen automatischen Sparplan (z. B. ETFs). So reduzierst du Einstiegsrisiken, nutzt Schwankungen, profitierst vom Zinseszinseffekt und sicherst dir langfristig Renditechancen plus einen gewissen Inflationsschutz. Ziele festlegen, Kosten niedrig halten und 1–2 mal jährlich prüfen – so bleibt deine Strategie auf Kurs.

Quellen:

1 Bankenverband, 2024
2 DZ Bank, 2024
3 Handelsblatt, 2025