In digitale Infrastrukturen und Wohnungsbau müssen in Deutschland hohe Investitionen fließen.
In digitale Infrastrukturen und Wohnungsbau müssen in Deutschland hohe Investitionen fließen. iStock / metamorworks

Infrastruktur-Investment

Auch für private Investoren spannend

Marode Brücken, überlastete Stromnetze und der Ruf nach einer schnelleren Digitalisierung sind allgegenwärtig. In nahezu allen Bereichen braucht die Infrastruktur in Deutschland gewaltige Investitionen. Hier bieten sich auch für private Anlegerinnen und Anleger Chancen.

Erschienen in

Wohin mit dem Geld?

am 9. Juli 2025 in „Handelsblatt“
Vieles, was wir rund um das tägliche Börsengeschehen erleben, ist paradox. Dazu gehört auch, dass es oft schmerzhafter ist, sich der entgangenen Gewinne bewusst zu werden, als tatsächlich real einen Verlust zu erleiden. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass selbst in guten...

Rund 1,3 Billionen US-Dollar wurden Angaben der Beratungsfirma PwC zufolge im vergangenen Jahr weltweit in Infrastruktur investiert – ein neuer Rekord. In Deutschland flossen allein im ersten Quartal 2025 über 12 Milliarden Euro in Erneuerbare-Energie-Projekte – ein Drittel davon von privaten und semiprofessionellen Investoren.

Derzeit sind vor allem drei Bereiche der Infrastruktur im Fokus der Investoren: Mit Investments in erneuerbare Energien wie Windparks, Solaranlagen und Wasserkraftwerke wollen sie den Übergang in eine nachhaltige Energieversorgung ankurbeln. Hier locken oft staatliche Förderungen und garantierte Einspeisevergütungen. Der Ausbau digitaler Infrastrukturen wie Glasfasernetze und 5G gilt als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaft und bietet enormes Wachstumspotenzial. Und im Bereich Transport und Logistik bleibt aller Digitalisierung zum Trotz der Bedarf an funktionierenden Straßen, Schienenwegen und Häfen immens. Hier geht es oft um Modernisierung und Effizienzsteigerung.

Infrastruktur-Investment: Verschiedene Möglichkeiten

Privatanleger steigen am besten über Infrastrukturfonds, börsengehandelte Fonds (ETFs), Aktien von Betreiberfirmen oder Crowdinvesting-Plattformen in das Infrastruktur-Investment ein. Auch Green Bonds, also Anleihen zur Finanzierung nachhaltiger Projekte, sind gefragt. Allerdings sind Infrastruktur-Investments nicht für jeden Investor die richtige Wahl. Sie sind eher für langfristig orientierte Anleger mit etwas Risikotoleranz geeignet. Der Kapitalbedarf ist oft höher als bei klassischen Aktienfonds, aber es winken regelmäßige Ausschüttungen. Natürlich gibt es auch bei Infrastruktur-Investments Vor- und Nachteile: Zu den Vorteilen zählen stabile Cashflows, die als Dividenden oder Ausschüttungen an die Anleger weitergegeben werden können. Darüber hinaus gelten Infrastruktur-Investments im Vergleich zu anderen Anlageklassen oft als defensiver und weniger volatil. Und: Die Einnahmen vieler Projekte sind oft an die Inflation gekoppelt, was in Zeiten steigender Preise vorteilhaft sein kann. Zu den Nachteilen gehören politische Risiken wie etwa Gesetzesänderungen und Regulierung, aber auch projektbezogene Probleme wie Bauverzögerungen, Kostenüberschreitungen oder technische Schwierigkeiten.

 

Infrastruktur-Investments sind eher für langfristig orientierte Anleger mit etwas Risikotoleranz geeignet.