In der Regel sind es wohlhabende Kunden, die Vermögensverwaltern für ihre Geldanlagengeschäfte eine Vollmacht geben. Anleger haben dann mehr als nur einen Berater. Sie überlassen diesem eigenständig die Betreuung des zur Verfügung stehenden Kapitals. Die mit Portfoliomanager oder Wealth Manager betitelten Vertrauenspersonen übernehmen nicht nur die Geldanlage im engeren Sinne, sondern sorgen für die gesamte Überwachung der Finanzen oder die gesamte Verwaltung des Vermögens.
Institutionelle und private Vermögensverwaltungen
Institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Stiftungen engagieren Asset Manager, um das institutionelle Vermögen entlang einer Investmentstrategie zu optimieren. Unternehmer-Dynastien lösen die Aufgabe mit der Gründung von Familienstiftungen oder installieren ein Family-Office, das umfassend alle finanziellen Angelegenheiten übernimmt. Privatanleger wählen zwischen standardisierten und individuellen Vermögensverwaltungen. Bei der standardisierten Variante leitet der Manager ein Portfolio für eine Kundengruppe mit ähnlichen Investmentzielen. Individuelles Vorgehen hingegen sieht eine Planung vor, die exakt auf die Situation und die Wünsche des Anlegers abzielt. Die Balance zwischen Risiko und Rendite ist hier der entscheidende Faktor. Als Entgelte für Vermögensverwalter sind neben den Grundgebühren je nach Vereinbarung Gewinnbeteiligungen oder Pauschalhonorare üblich. Gemessen an der Anlagesumme gilt ein Honorar, das gemessen an der Anlagesumme nicht 1,5 Prozent pro Jahr überschreiten sollte. Die zur Verfügung stehende Summe bildet in der Regel die Basis für eine intensive individuelle Betreuung. Standardisierte Vermögensverwaltungen einiger Banken werden bereits ab einem Mindestbetrag von 50.000 Euro angeboten. Bei digitalen Vermögensverwaltern (Robo Advisors) liegt diese noch niedriger.
Um Chancen auf möglichst vielen Märkten und Kontinenten nutzen zu können und breit zu investieren, werden oft Mindestanlagesummen ab 500.000 Euro gewünscht. Aber auch für Kleinanleger sind Lösungen vorhanden, um für ein vielleicht bescheideneres Depot Geld gewinnbringend anzulegen. Sehr preiswerte Alternativen für Vermögensverwaltung bietet das selbstbestimmte Crowdinvesting. Auf Crowdinvesting-Plattformen können Anleger bereits ab zehn Euro ein individuelles Portfolio aufbauen.