Infrastruktur nimmt den ersten Platz im Gefüge moderner Industrienationen ein. Daher sind viele global aufgestellte Portfolio-Manager der Ansicht, dass die stabilen und wachsenden Cashflows, die von der Anlageklasse generiert werden, eine wichtige Rolle in den Strategien der Investoren spielen sollten.
Investitionen in Infrastruktur: Öffentliche Netze ermöglichen erst den reibungslosen Ablauf des Alltäglichen
Analysten empfehlen für speziell ausgerichtete Portfolios Unternehmen, die eine kritische physische Infrastruktur bieten und über sichere Lizenzgebühren verfügen. In der Regel geht es dabei um Unternehmen, auf die sich Menschen im Alltag verlassen. Viele dieser Routinen werden durch physische Infrastrukturnetze gewährleistet, zum Beispiel per Strom- und Gasleitungsverbindungen oder Verkehrsnetze wie Straßen oder Gleisanlagen. Solche Dienste ermöglichen erst einen reibungslosen Ablauf der modernen Welt.
Diese Art von Unternehmen haben in der Regel Eigenschaften wie Langlebigkeit, die Vermögenswerte stehen entsprechend ihrer Nutzungs- und Lebensdauer in einem geregelten Prozess von Produktion und Dienstleistungen, die zu inflationsgebundenen Einnahmen führen.
Viele Infrastrukturinvestitionen sind überfällig
Das McKinsey Global Institute schätzt, dass bis zum Jahr 2030 jedes Jahr weltweit rund 3,3 Billionen US-Dollar in Infrastruktur investiert werden müssten, damit die Weltwirtschaft so weiter wachsen kann wie bisher. Allein in Deutschland gibt es 2.500 sogenannte Problembrücken, bei denen die Verkehrssicherheit oder sogar die Statik gefährdet ist.
Für Privatanleger bieten sich vorwiegend Aktien oder Anleihen von Infrastrukturunternehmen oder Publikumsfonds, die sich auf das Thema Infrastruktur spezialisiert haben, an. Es gibt außerdem Direktinvestments, wobei dreistellige Millionenbeträge oder noch größere Summen keine Seltenheit sind. Für diese Kategorie kommen institutionelle Investoren wie etwa Versicherungen oder Pensionskassen in Frage.
Für die hoch entwickelte Smart City kann ein „Internet von Dingen und Service“ eine zu finanzierende Maßnahme sein. Die gesamte städtische Umgebung ist dabei mit Sensoren versehen, die sämtliche erfassten Daten in der Cloud verfügbar machen. So entsteht eine permanente Interaktion zwischen Stadtbewohnern und der sie umgebenden Technologie. Dabei mahnt die für ihre Globalisierungsanalysen bekannte US-Soziologin Saskia Sassen, dass Technologie den Bewohnern dienen müsse und nicht umgekehrt.