Herzstück der Kryptos ist die Blockchain.
Herzstück der Kryptos ist die Blockchain. Foto: iStock / TU IS

Kryptogeld

Werte aus Bits und Bytes

Traditionell sind Anlageprodukte wie Aktien, Anleihen oder Immobilien die klassischen Säulen eines divers aufgestellten Portfolios. Im Vergleich dazu sind digitale Währungen wie der Bitcoin oder Ethereum aus Anlagesicht bislang Leichtgewichte. Allerdings haben sich die Kryptos innerhalb kurzer Zeit als eigene Anlageklasse etabliert.

Von Jens Bartels
· 2024

Die deutsche Wirtschaft macht um Bitcoin, Ethereum & Co. bisher einen großen Bogen. Nur knapp zwei Prozent aller Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten nutzen laut einer aktuellen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom Kryptowährungen, gerade einmal weitere drei Prozent können sich das für die Zukunft vorstellen. Auch das Potenzial von Kryptowährungen schätzen die befragten Unternehmen sehr unterschiedlich ein. So meinen auf der einen Seite 45 Prozent der befragten Unternehmen, dass sich Kryptowährungen als langfristige Geldanlage eignen. Fast ebenso viele (44 Prozent) gehen davon aus, dass die Kurse von Kryptowährungen in den nächsten Jahren kräftig steigen werden. Auf der anderen Seite sind 49 Prozent Kryptowährungen zu kompliziert, 41 Prozent halten sie nur für etwas für Spekulanten.

Bitcoin ist der Platzhirsch

Grundsätzlich sind Kryptowährungen Vermögenswerte, die nur digital als Bits und Bytes auf Speichermedien bestehen und für die Verwendung im Internet geschaffen wurden. Weder ein Staat noch eine Zentralbank stehen dahinter. Herzstück der Technik ist die sogenannte Blockchain: Sie ist das digitale Verzeichnis, in dem alle Transaktionen gespeichert sind. Die bekannteste und älteste Kryptowährung ist der Bitcoin. Der Anteil des Bitcoins an der gesamten Marktkapitalisierung liegt bei circa 50 Prozent. An zweiter Stelle steht Ethereum mit einem Anteil von etwa 15 Prozent. Neben den beiden prominentesten Kryptowährungen finden sich am Kryptomarkt Tausende weitere Projekte. Viele der digitalen Coins können aber nicht nur als Ganzes, sondern auch in kleinen Bruchstücken gehandelt werden.

Kyrptogeld: Seriösen Handelsplatz wählen

Aktuell ist der Markt für Kryptowährungen sehr dynamisch. Aufgrund des fehlenden materiellen Wertes der digitalen Coins sind bei dieser Anlageklasse starke Kursschwankungen bis zum Totalverlust möglich. Wer mit Kryptowährungen handeln möchte, macht dies am besten auf glaubwürdigen und bekannten Plattformen, um sich vor Betrugsmaschen, sogenannten Krypto-Scams, zu schützen. Seriöse Handelsplätze zeichnet aus, dass man dort etwa echte Bitcoins kaufen und sie auf Wunsch treuhänderisch lagern oder auf ein eigenes Wallet übertragen kann und auch die Gebührenmodelle für Nutzer gut nachvollziehbar sind.

Erschienen in

Fokus Finanzen

am 23. April 2024 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Die Finanzmärkte erlebten ein starkes erstes Quartal mit Rekorden bei Bitcoin, Aktien und Rohstoffen. Die Stimmung an den Börsen scheint jedoch die wirtschaftliche Realität nicht zu reflektieren. Trotz sinkender Inflation bleiben Anlageentscheidungen herausfordernd. Viele Anleger...