Die Kostenkurve der Krankenkassen zeigt steil nach oben. So liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 2025 bei 2,5 Prozent, einzelne Kassen verlangen sogar bis zu 4,4 Prozent. Gleichzeitig wächst die private Krankenversicherung (PKV): Die Beitragseinnahmen sind im Jahr 2024 um 6,3 Prozent auf 51,7 Milliarden Euro gestiegen, davon 45,1 Milliarden Euro für Kranken- und 6,6 Milliarden Euro für Pflegepflichtversicherung. Auch der Markt für Zusatzpolicen boomt: 31,2 Millionen Verträge (plus 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sichern Leistungen, die die GKV nicht oder nur teilweise abdeckt. Besonders sinnvoll sind Zahnzusatz-, Krankenhauswahl-, ambulante Wahl- und Auslandsversicherungen. Sie lassen sich parallel zur GKV nutzen, damit gezielt Lücken bei Komfort, dentalen Leistungen oder Auslandsbehandlungen geschlossen werden können.
Unterschied bei Leistungen
Grundsätzlich ändert das aber nichts an der Grundstruktur des zweigliedrigen Systems. Die GKV funktioniert nach dem Solidarprinzip mit einkommensabhängigen Beiträgen und bietet mit der beitragsfreien Mitversicherung für Familienmitglieder, gleichbleibenden Belastungen bis zur Beitragsbemessungsgrenze oder planbaren Ausgaben ein hohes Maß an Sicherheit. Doch dafür ist auch der Leistungskatalog vorgeschrieben.
Im Gegensatz dazu punktet die PKV mit besseren Leistungen, Optionen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer, und sie baut mittels Alterungsrückstellungen gleichzeitig einen Schutz vor übermäßigen Beitragssteigerungen fürs Alter auf. Aber sie kann auch schnell teurer werden, insbesondere dann, wenn Gesundheitszustand und Alter beim Eintritt ungünstig sind.
PKV: Beitragserhöhung auch 2026 zu erwarten
Der Druck auf die GKV bleibt hoch. Experten erwarten, dass der Zusatzbeitrag auch 2026 steigen könnte. Parallel dazu wird auch für die PKV im kommenden Jahr mit Beitragserhöhungen gerechnet. Für Versicherte heißt das: Wer gut verdient, gesund ist und langfristig plant, kann mit der PKV bessere Leistungen sichern, sollte aber Rückstellungen für steigende Beiträge einkalkulieren. Für die breite Mehrheit bleibt die GKV die Basis, sinnvoll ergänzt durch kluge Zusatzpolicen.