Eine Zinswende ist nicht in Sicht – das zumindest glaubt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank: „Das Niedrigzinsniveau bleibt auf absehbare Zeit erhalten.“ Das heißt aber auch, dass öffentliche Anleihen in nächster Zukunft keine großartigen Erträge abwerfen werden. Insofern kommen renditeorientierte Anleger um Investitionen am Kapitalmarkt nicht herum. Da hier Risikoeinschätzung, Wertekenntnis und Erfahrung unabdingbar sind, empfiehlt sich eine Vermögensverwaltung, die die Geldanlagen ihrer Kunden managt.
Individuelle Anlagestrategie für Vermögensaufbau
In der klassischen Vermögensverwaltung investiert der Anleger in viele verschiedene Anlageklassen. Die Auswahl trifft dabei der Vermögensverwalter, der bei der Wahl der Instrumente unabhängig ist. Er passt auch laufend die Aufteilung des Vermögens an die Marktsituation an. Da die Risikoneigung bei Anlegern unterschiedlich ist, stimmt der Verwalter die Strategien auf die persönlichen Anlagewünsche ab.
Für ein erfolgreiches Portfoliomanagement ist neben einem umfangreichen Know-how über Kapitalmärkte auch viel Zeit notwendig. Einerseits, um vielversprechende Wertpapiere mit einem guten Ertrags- und Risikoprofil zu finden, und andererseits, um Märkte und Risiken zu überwachen, und um auf Neuigkeiten und unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. „Das Portfoliomanagement besteht meist aus Volkswirten, Unternehmensanalysten, Risikomanagern und Mathematikern“, erklärt Bente Lorenzen von M.M.Warburg & Co. Da diese Dienstleistung sehr zeit- und kostenintensiv ist, ist sie in der Regel auch erst ab Anlagebeträgen von 500.000 Euro zugänglich.
Algorithmen senken Kosten
Im Zuge der Digitalisierung entwickeln sich zunehmend auch digitale Vermögensverwaltungen. Hier erfolgen die Anlageentscheidungen des Portfoliomanagers stärker auf Basis von Algorithmen und quantitativen Modellen. Moderne Technologien ermöglichen eine konstante Überwachung der einzelnen Anlegerdepots, um so Risikokennzahlen überprüfen und steuern zu können.
Inzwischen gibt es auch vollständig automatisierte Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors. Da sie ebenfalls auf Basis von Algorithmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber voll automatisiert arbeiten, sind sie für den Anleger deutlich günstiger als eine klassische Verwaltung. Zu jeder Zeit überwachen die „Robos“ den Aktienmarkt und berechnen, wann welche Anpassungen in der Geldanlage nötig sind, um langfristig eine möglichst hohe Rendite zu erreichen. Die „Robo-Advisors“, derzeit gibt es rund 25 in Deutschland, sind nichts für Anlageprofis. Sie sollen vor allem Anfängern den Einstieg erleichtern und eine zeitsparende, kostengünstige und langfristig sinnvolle Anlagestrategie bieten.