Gold bleibt eine wichtige Komponente im Vermögensmix, allerdings nicht als Spekulation auf den nächsten Rekord, sondern als liquide Reserve für unsichere Zeiten. Eine Analyse des Department of Finance der Universität Zürich liefert dafür eine neue Grundlage. So hat die Universität Daten seit 1972 ausgewertet. Demnach wären aus 100 US-Dollar in Gold bis heute rund 6.000 US-Dollar geworden, aus 100 US-Dollar im MSCI World ohne reinvestierte Dividenden rund 3.400 US-Dollar. Mit Dividenden liegt der Aktienindex zwar vorn, doch nach Steuern auf Dividenden und Zinsen rücken Edelmetalle näher an Aktien heran. Je nach Modell hält die Studie als Ergebnis Quoten von 20 bis 30 Prozent für sinnvoll, im Schnitt zu zwei Dritteln aus Gold und zu einem Drittel aus Silber. Das ist kein Gegenentwurf zur Aktie, sondern ein Plädoyer für Vermögen, die in Krisen weniger einseitig reagieren.
Reale Substanz
Zu den Pluspunkten des goldenen Edelmetalls zählt auch, dass Gold knapp und weltweit handelbar ist. Es lässt sich als Barren, Münze, börsengehandeltes Produkt oder indirekt über Minengesellschaften halten. Praktisch ist vor allem die Verbindung aus physischer Greifbarkeit und hoher Liquidität. Dieses Jahr zeigte aber auch, dass ein sicherer Hafen nicht frei von Wellengang ist. Nach neuen Höchstständen im Januar geriet der Preis im März deutlich unter Druck. Gefragt ist Gold dennoch, weil Inflation, geopolitische Spannungen und hohe Staatsschulden den Wunsch nach realen Reserven verstärken.
Dieses Jahr zeigt, dass ein sicherer Hafen nicht frei von Wellengang ist.
Vermögensschutz: Sicherer Hafen
Eine aktuelle Analyse des Vermögensverwalters Sprott zeigt: Die Kurseinbrüche beim Gold im Frühjahr waren kein schlechtes Zeichen. Vielmehr bietet sich das Edelmetall für Verkäufe an, wenn Liquidität benötigt wird und keine Verluste durch Aktien- oder Anleihenverkäufe in schwierigen Marktphasen realisiert werden sollen. Gold wird in solchen Fällen also nicht verkauft, weil Anleger das Vertrauen verloren haben, sondern weil es die beste Möglichkeit ist, Liquidität zu schaffen, ohne Verluste zu realisieren. Für Profis steht fest: Ein sicherer Hafen zeichnet sich dadurch aus, dass er kurzfristige Krisen übersteht, ohne seinen langfristigen Wert zu verlieren.