Ein Paketbote hält sich den Rücken vor Schmerzen
Die BU sichert im Falle der Berufs­unfähigkeit die finanzielle Existenz.

Wie funktioniert die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Rechtzeitig vorsorgen

Wenn alles im Leben glattläuft, kann man sich glücklich schätzen. Doch oft hält das Leben gesundheitliche Stolpersteine bereit – und mitunter hat das zur Folge, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Hier empfiehlt es sich, mit einer entsprechenden Versicherung rechtzeitig vorzusorgen.

Genau dafür gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie greift, wenn man den zuletzt ausgeübten Beruf gesundheitsbedingt zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben oder der Arbeit länger als sechs Monate nicht mehr nachgehen kann. Grundsätzlich kann das jeden treffen – ob im Handwerk, am Bau oder im Büro. Und deshalb ist die BU ein wichtiger Bestandteil der persönlichen finanziellen Absicherung. Im vergangenen Jahr gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 17,1 Millionen Personen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung besaßen oder in deren Haushalt jemand anderes eine solche Versicherung hatte.

Erschienen in

Fokus Finanzen

am 8. Mai 2025 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Gerade in unsicheren Zeiten, in denen sich Krise an Krise reiht, ist es essenziell, die eigenen Investments besonders gründlich auf die Probe zu stellen: Sind Aktien von US-Unternehmen in der derzeitigen geopolitischen Lage noch immer angebracht? Lohnen ETFs in Zeiten schwankender Märkte...
Eine Person mit einem Gipsarm unterschreibt ein Dokument.
iStock / LightFieldStudios

Zwei Arten der Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Wesentlichen gibt es zwei Varianten für diese Versicherung: die individuelle und die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei ist die individuelle BU-Versicherung eine eigenständige Police, die eine monatliche Rente im Falle der Berufsunfähigkeit vorsieht. Die Höhe der Rente und die Versicherungsbedingungen werden individuell festgelegt. Sie sind oft abhängig vom Beruf, dem Gesundheitszustand und dem Lebensalter des Versicherungsnehmers oder der Versicherungsnehmerin. Diese Art der Versicherung bietet eine hohe Flexibilität und individuelle Anpassungsmöglichkeiten, ist jedoch in der Regel mit höheren Kosten verbunden.

Person mit einer Warnweste trägt einen Gipsarm und ein Dokument

Betriebliche BU-Versicherung

Im Rahmen einer betrieblichen BU-Versicherung schließt der Arbeitgeber die Versicherung für seine Mitarbeitenden ab. Diese Versicherung kann als eigenständige Police oder als Zusatzversicherung zu einer bestehenden betrieblichen Altersvorsorge angeboten werden. Die Beiträge können dabei teilweise oder vollständig vom Arbeitgeber übernommen werden. Betriebliche BU-Versicherungen bieten den Vorteil, dass sie oft zu günstigeren Konditionen erhältlich sind und bestimmten Risikogruppen – wie beispielsweise Personen mit Vorerkrankungen – bessere Versicherungsmöglichkeiten bieten.

Finanzielle Existenz absichern

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen zu beantworten sind. Diese müssen auf jeden Fall vollständig und richtig beantwortet werden. Der Versicherer kann sonst später wegen „Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht“ vom Vertrag zurücktreten. Der Versicherte hätte dann im schlimmsten Fall lange Zeit für eine solche Versicherung gezahlt, würde bei Berufsunfähigkeit aber leer ausgehen.

Grundsätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, weil sie im Fall einer Berufsunfähigkeit die finanzielle Existenz sichert. Ohne eine solche Versicherung müssten Betroffene oft mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen, da die staatliche Erwerbsminderungsrente in der Regel nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten.

Schon gewusst?

Häufige Gründe für eine Berufsunfähigkeit

  1. Nerven- und psychische Krankheiten
  2. Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates
  3. Krebs und andere bösartige Geschwüre