Mit Aktien global agierender Unternehmen lässt sich langfristig Vermögen aufbauen.
Mit Aktien global agierender Unternehmen lässt sich langfristig Vermögen aufbauen. iStock / peshkov

Zukunftsmarkt

Kaufsignal oder Krisenmodus

Zwischen neuen Chancen durch KI, Defence und Robotik auf der einen und wachsendem geopolitischem Druck auf der anderen Seite bleibt 2026 ein anspruchsvolles Aktienjahr. Für Investoren sind weiterhin klassische Strategien entscheidend: ein langer Atem, saubere Streuung und ein nüchterner Blick auf die Märkte der Zukunft.

JB
· 2026
Erschienen in

Fokus Finanzen

am 15. April 2026 in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
In den vergangenen Jahren ist „Normalität“ immer mehr zu einem Sehnsuchtsbegriff geworden. Der Umgang mit Krisen ist inzwischen fast ein Dauerzustand. Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine – und nun der Krieg im Iran. Wir erleben, wie Bomben und Drohnen Menschenleben kosten...

Eine aktuelle Umfrage der Investmentbank J.P. Morgan unter 1.000 Privatanlegern zeigt, wie unterschiedlich Generationen derzeit auf Aktien blicken. Zwei Drittel der Befragten rechnen 2026 mit positiven Renditen, nach 58 Prozent im Vorjahr. Am höchsten ist die Zuversicht bei Gen Z (91 Prozent) und Millennials (84 Prozent), bei Gen X liegt dieser Wert dagegen nur bei 61 Prozent. Bemerkenswert: Über alle Altersgruppen hinweg bleibt der wichtigste Beweggrund nicht der schnelle Trade, sondern der Aufbau von langfristigem Vermögen. Genau darin steckt die eigentliche Botschaft für Aktienanleger: Nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt entscheidet, sondern die Bereitschaft, gute Unternehmen über Jahre im Depot zu halten.

Chance durch Zukunftsmärkte

Wer heute auf Aktien setzt, sollte nicht nur auf bekannte Branchengrößen blicken, sondern auch auf jene Felder, in denen Wachstum entsteht. Dazu zählen beispielsweise KI, humanoide Robotik sowie die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie, also drei Bereiche, in denen Anleger auf strukturell steigende Nachfrage setzen. Marktbeobachter erwarten, dass die KI-Hausse zwar anhält, sich die Gruppe der Profiteure jedoch verbreitert: weg von reinen Halbleiterwerten hin zu Unternehmen, die Produktivität, Effizienz und operative Einsparungen aus künstlicher Intelligenz ziehen. Genannt werden dabei vor allem Industriewerte, Reise- und Gesundheitsunternehmen. Wer auf solche Zukunftsfelder setzt, investiert zugleich in einen längeren Produktivitätszyklus. Für Anleger heißt das: Diese Märkte sind chancenreich, taugen aber eher als gezielte Beimischung zu einem breit diversifizierten Kernportfolio.

Geopolitisches Börsenjahr

An den internationalen Märkten dürfte die Geopolitik den Takt für den Rest des Jahres maßgeblich vorgeben. Die US-Wahlen im November könnten die Leitplanken für Handel, Steuern und Regulierung neu setzen. Gleichzeitig bleibt die Lage aufgrund der Konflikte der USA mit Partnern wie der EU, Kanada und China angespannt, während die Eskalation im Nahen Osten den Ölpreis in die Höhe getrieben und die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen in den USA merklich abgekühlt hat. θ

 

Wer auf Aktien setzt, sollte nicht nur auf bekannte Branchengrößen blicken.

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